Der Fenstersturz als Kriegsursache
Fensterbauer ist ein ganz normaler Handwerksberuf. Wer zum Beispiel im Fensterbau Heilbronn, Fensterbau Bonn oder Fensterbau Ulm tätig ist, wird sich nicht als etwas Besonderes bezeichnen. Allerdings hat der Gegenstand, mit dem er sich täglich befasst, eine große historische Bedeutung. Denn Fenster waren mehr als einmal Auslöser eines Krieges. Obwohl die Reduzierung auf Fenster ungenau ist. Exakter ausgedrückt waren es Fensterstürze, die am Anfang des Unheils standen.
Am berühmtesten sind die Prager Fensterstürze. Den größten Bekanntheitsgrad hat dabei der zweite Fenstersturz erlangt, der als Auslöser des Dreißigjährigen Kriegs gilt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts gab es starke Konflikte zwischen den evangelischen Ständen und Kaiser Matthias, ihrem katholischen Landherren. Dabei ging es um die Ausübung der Religionsfreiheit und die politische Macht in Böhmen. 1618 zogen rund 200 Protestanten auf die Prager Burg. Dort improvisierten sie eine Gerichtsverhandlung und warfen anschließend zwei kaiserliche Statthalter sowie einen Schreiber aus einem Fenster in 17 Metern Höhe. Alle Drei überlebten. In späteren Legenden hieß es, dass sie auf einen Misthaufen gefallen seien. Tatsächlich war es wohl eher so, dass ihre winterliche Kluft den Aufprall gedämpft hatte. Zudem waren die Mauern nicht gerade, sondern leicht angeschrägt, sodass die Männer mehr in die Tiefe rutschten als stürzten. Der Fenstersturz markierte den Anfang der Aufstände, die sich während des Dreißigjährigen Kriegs fortsetzten.
Den ersten bekannten Prager Fenstersturz gab es allerdings schon rund 200 Jahre vorher. 1419 wollten die Hussiten Glaubensgenossen aus dem Neustädter Rathaus befreien. Dabei stürzten sie sieben katholische Ratsherren aus dem Fenster, die unten von der Menge aufgespießt wurden. Diese Aktion war der Beginn der Hussitenkriege.